Beschreibung
Produktnummer: 1637
Freundschaft
Freunde sind mir die, mit denen ich
Essen und trinken und reden kann.
Die mich in meiner Küche kennen,
Und denen ich sage: Komm, setz dich ran.
(Keine Probleme und Komplikationen:
Wie füttert man den? Ist der Schnaps gut genug?)
Mit denen gemeinsam ich in den Jahren
Meine und ihre Lasten abtrug:
Krankheit der Kinder und Weltüberdruss.
Mit denen ich die Nächte zerrede.
Und doch kommt es niemals zu einem Schluß.
Das kann auch über Fernen bestehen.
Auch wenn man sich lange Zeit nicht sieht:
Halten wir nur aneinander fest,
Was immer sonst auch mit uns geschieht.
Freundschaften sind wie Abenteuer,
An die man sein ganzes Leben setzt.
Versagt man oder wird man verraten,
Hat man sich mehr als die Haut verletzt.
(Eva Strittmatter, geb. 1930)
Größe:
M (medium), Innenmaße: 21,5 x 33 cm
Passend für handelsübliche gebundene Bücher und dicke Taschenbücher.
Buchumschlag umlibris
Passend für alle Taschenbücher und gebundenen Bücher: Sie lesen gern, oft und überall. Sie nehmen Ihr Buch mit in die Bahn, auf den Flieger, an den Strand. In die Handtasche gestopft, in den Koffer geworfen. Wenn es Ihnen darüber hinaus nicht egal ist, wie Ihr Buch aussieht, wenn Sie mit ihm fertig sind, haben wir eine gute Nachricht: Es gibt umlibris.
Material:
Reiner, edler Cotton Satin, in Deutschland gewebt und im eigenen Betrieb verarbeitet. Bedruckt im Siebdruckverfahren mit lösungsmittelfreien Farben. Anschließend hitzefixiert.
Pflegehinweis:
Waschbar bei 30° in der Waschmaschine. Buntwaschmittel ist empfehlenswert.
Über die Dichterin:
Eva Strittmatter ist am 8. Februar 1930 in Neuruppin geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik in Berlin arbeitete sie beim Deutschen Schriftstellerverband und seit 1954 als freie Autorin.
Zwölf Gedichtbände, zahlreiche Essays, Briefeditionen und posthum herausgegebene Arbeiten ihres Mannes, des 1994 verstorbenen Romanciers Erwin Strittmatter, stehen als hoffnungsvolle Positionen in der deutschsprachigen Literatur.
Eva Strittmatter ist die populärste und meistgelesene Lyrikerin unseres Landes an der Jahrhundertschwelle. Der Grund: Diese Poesie gibt der Unbestimmtheit menschlichen Daseins eine Form, wagt den Zugriff auf existenzielle Erschütterungen von Liebe und Tod. Die Erfahrungen der Dichterin treffen sich mit den Biographien der Leser. Die Natur ist Anker für den Strittmatterschen Text. Unbeirrbar, unbestechlich, stets und unter allen Bedingungen.
Zu Zeiten Puschkins war der Dichter die Stimme Gottes, der viele vertrauten. Heute ist er eine „öffentliche Person“ geworden, die man „vermarkten“ will oder belächelt mit all den Geheimnissen und Mutmaßungen über seine Erfindungen, sein Handwerk und seine Kunst, mit Worten einen eigenen Kosmos zu schaffen.
Eva Strittmatter hat den Täuschungen und Erwartungen – auch politischen – widerstanden. Erwin Strittmatter beneidete sie darum: „. . .du hast erst angefangen mit dem Schreiben, als du das Politische erledigt hattest, während ich mich mit meinen frühen Büchern stets damit konfrontiert sehe; deshalb stehst du besser vor dir selber da.“ Diesen Gedichten fehlt jegliche Überfrachtung. Menschen suchen mit den Texten Orientierung und Beistand in den Wechselfällen ihres Lebens.
Friedrich Schiller bemerkte in seiner Schrift „Über das Pathetische“, der letzte Zweck der Kunst sei die Darstellung des Übersinnlichen. Eva Strittmatters Poesie vereint jene Übersinnlichkeit mit einer unverbrauchten, starken realistischen Position und irdischer Nähe.
Ihr Werk steht offen und klar im Kanon der deutschen Literatur. Es ist nicht zeitgemäß. Es ist zeitlos, von schmerzlicher Aufrichtigkeit. Die Ästhetik einer formulierten Welt, die weit über den Augenblick hinausreicht, ja, die eine neue Wirklichkeit zu schaffen vermag. Das macht die Kunst der Dichterin, dort draußen in Schulzenhof, bei den märkischen Wäldern, am fließenden Wasser des Rhin, unter der Schwerelosigkeit des Windes.