umlibris - Kuss (Franz Grillparzer)

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Beschreibung


Produktnummer: 1247



Kuss:
Auf die Hände küsst die Achtung,
Freundschaft auf die offne Stirne,
Auf die Wange Wohlgefallen,
Sel'ge Liebe auf den Mund;
Aufs geschlossne Aug die Sehnsucht,
In die hohle Hand Verlangen,
Arm und Nacken die Begierde,
Überall sonst hin Raserei.
(Franz Grillparzer, 1791-1872)


Größe:
S (small), Innenmaße: 19,5 x 28 cm
Passend für handelsübliche Taschenbücher und kleinere gebundene Bücher.

Buchumschlag umlibris
Passend für alle Taschenbücher und gebundenen Bücher: Sie lesen gern, oft und überall. Sie nehmen Ihr Buch mit in die Bahn, auf den Flieger, an den Strand. In die Handtasche gestopft, in den Koffer geworfen. Wenn es Ihnen darüber hinaus nicht egal ist, wie Ihr Buch aussieht, wenn Sie mit ihm fertig sind, haben wir eine gute Nachricht: Es gibt umlibris.

Material:
Reiner, edler Cotton Satin, in Deutschland gewebt und im eigenen Betrieb verarbeitet. Bedruckt im Siebdruckverfahren mit lösungsmittelfreien Farben. Anschließend hitzefixiert.

Pflegehinweis:
Waschbar bei 30° in der Waschmaschine. Buntwaschmittel ist empfehlenswert.

Über den Dichter:
Franz (Seraphicus) Grillparzer
Geboren am 15.1.1791 in Wien; gestorben am 21.1.1872 in Wien.

Grillparzer wurde als Sohn von Anna Franziska Sonnleithner (1767-1819) und des Rechtsanwalts Wenzel E. J. Grillparzer (1760-1809) geboren

Der Vater war ein die Natur liebender, verschlossener Mensch mit kaltem und schroffem Benehmen. Die Mutter, die aus der Wiener Bürgerfamilie Sonnleithner kam, bezeichnete der Dichter selbst als herzensgute Frau mit Leidenschaft für die Musik, die sich auch auf ihn übertrug. Sein großes Interesse galt bereits in der Schule dem Lesen und Schreiben.

Begierig verschlang er alles, was ihm in die Hände fiel, die Geschichten des Neuen Testaments, das Textbuch der Zauberflöte, Heiligen- und Wundergeschichten, Cooks Weltumseglung und Goethes "Götz von Berlichingen".

Schon von Kindheit an faszinierten ihn Märchen, Ritter-, Gespenster-, Zauber- und Wundergeschichten am meisten.

Durch den Tod des Vaters geriet die Familie aufgrund der angehäuften Schulden in eine fast ausweglose Situation. Indem er Studenten Privatunterricht erteilte, konnte er die Familie unterstützen und auch den eigenen Lebensunterhalt verdienen. Vom Schicksal wurde Grillparzer sehr hart getroffen, da sowohl einer seiner Brüder als auch seine Mutter Selbstmord begingen.

Er studierte an der Universität Wien die Rechte. Nach dem Studienabschluß 1811 war er zunächst Privatlehrer, dann Beamter und trat 1813 als Konzeptspraktikant bei der k. k. Hofkammer in den österreichischen Staatsdienst. 1832 wurde er Archivdirektor bei der k. k. Hofkammer, dem späteren Finanzministerium. Diese Stelle bekleidete er, bis er 1856 in den Ruhestand trat.

Seine Bildungsjahre fielen in die Zeiten der Französischen Revolution und der Napoleonischen Epoche. Grillparzer war durch seinen Drang des Schaffens und poetischen Bildens in einer zwiespältigen Situation, da er dem Konservatismus zuneigte und doch den geistigen Druck, die gewaltsame Bildungsreaktion unter der Regierung Franz I. bemerkte, welche einerseits die geistigen Errungenschaften der Sturm und Drang-Periode und der klassischen Literatur aufnahm und andererseits jeden Konflikt mit dem in Österreich herrschenden System und der herrschenden Lebensanschauung vermied.
Grillparzers poetische Anfänge wurden von der Romantik beeinflusst. Wenn er sich von diesen Einflüssen verhältnismäßig rasch zu emanzipieren wusste, so gelang ihm dies mit denen seiner heimatlichen Verhältnisse und Bildungszustände nicht.

Zunächst war es eine bedeutende Tat schöpferischer Kraft und Selbständigkeit, dass der Dichter seiner 1817 mit außerordentlichem Erfolg aufgeführten Schicksalstragödie "Die Ahnfrau", welche alsbald über alle deutschen Bühnen ging, ein so völlig verschiedenes Werk wie "Sappho" (1818) folgen zu lassen vermochte. In der "Sappho" (Wien 1819) stellte er sich zuerst auf den Boden des rein Menschlichen, wie er es verstand und auffasste. Wer den Boden der gegebenen möglichst einfachen Verhältnisse verlässt, den Kreis der nächsten Pflicht überschreitet, der verfällt Mächten, die er nicht bezwingen kann.

Nicht das Maß des Menschlichen, welches die edle, hoch tragende, ungeahnte Kräfte erweckende, läuterungsfähige Leidenschaft mit einschließt, sondern jenes, welches die Leidenschaft ausschließt, wurde das Maß von Grillparzers Welt. Daher konnte er sich einerseits eng an die klare Durchbildung und Gestaltung des Stoffes, an die Formenschönheit der klassischen Dichtung anschließen und blieb anderseits doch durch eine tiefe Kluft von derselben getrennt. Nur in der Darstellung der Liebe, als der natürlichsten, unvermeidlichsten und edelsten Leidenschaft fand eine Vermittlung statt. Die Hauptstärke Grillparzers lag in der Entwicklung des Liebesgefühls zu einer dramatischen Handlung, weshalb in gewissem Sinn die Tragödien "Sappho" und "Des Meeres und der Liebe Wellen" (worin die Sage von Hero und Leander behandelt ist) als seine vollendetsten Werke gelten können.

Er blieb lebenslang nur Bräutigam seiner Jugendgeliebten Katharina Fröhlich, weil ihm (wie sein Cousin Hipolyt von Sonnleithner berichtet) "zum Heiraten der Mut fehlte". Jede größere Reise (1819 Italien, 1826 Deutschland, 1838 Paris, 1843 Athen und Konstantinopel) rückte ihm den Widerspruch seiner Ideale und der heimischen Verhältnisse deutlich vor Augen.

Trotz seiner unzweifelhaften Loyalität hatte er mit dem Zensurdruck zu kämpfen, viele seiner Gedichte wurden unterdrückt.

Von seinen Erzählungen sind die Rahmenerzählungen das Das Kloster bei Sendomir (1827) sowie Der arme Spielmann (1847) bekannt.
Erst seit 1848 drangen wieder einzelne poetische Leistungen Grillparzers an die Öffentlichkeit, so das Gedicht "An Radetzky". Seit 1850 begann man sich dann in Österreich, vereinzelt auch in den übrigen deutschen Staaten bewusst zu werden, welch einen Dichter man in Grillparzer besitze. Der alternde Mann erlebte Ehren und Anerkennungen, wurde 1847 zum Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ernannt, durch mehrere Orden ausgezeichnet, 1859 von der Universität Leipzig anlässlich des Schiller-Jubiläums der Ehrendoktor verliehen, 1861 zum lebenslänglichen Mitglied des österreichischen Herrenhauses, 1864 zum Ehrenbürger der Stadt Wien erhoben.
Er starb im Alter von 81 Jahren am 21. Januar 1872 in Wien.



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