Beschreibung
Produktnummer: 1266
Lob des Winters
Verzeiht, ihr warmen Frühlingstage,
Ihr seid zwar schön, doch nicht vor mich.
Der Sommer macht mir heiße Plage,
Die Herbstluft ist veränderlich.
Drum stimmt die Liebe mit mir ein:
Der Winter soll mein Frühling sein.
Der Winter bleibt der Kern vom Jahre.
Im Winter bin ich munter dran.
Der Winter ist ein Bild der Bahre
Und lehrt mich leben, weil ich kann.
Ihr Spötter redet mir nicht drein:
Der Winter soll mein Frühling sein.
(Johann Christian Günther, 1695-1723)
Größe:
M (medium), Innenmaße: 21,5 x 33 cm
Passend für handelsübliche gebundene Bücher und dicke Taschenbücher.
Buchumschlag umlibris
Passend für alle Taschenbücher und gebundenen Bücher: Sie lesen gern, oft und überall. Sie nehmen Ihr Buch mit in die Bahn, auf den Flieger, an den Strand. In die Handtasche gestopft, in den Koffer geworfen. Wenn es Ihnen darüber hinaus nicht egal ist, wie Ihr Buch aussieht, wenn Sie mit ihm fertig sind, haben wir eine gute Nachricht: Es gibt umlibris.
Material:
Reiner, edler Cotton Satin, in Deutschland gewebt und im eigenen Betrieb verarbeitet. Bedruckt im Siebdruckverfahren mit lösungsmittelfreien Farben. Anschließend hitzefixiert.
Pflegehinweis:
Waschbar bei 30° in der Waschmaschine. Buntwaschmittel ist empfehlenswert.
Über den Dichter:
Johann Christian Günther
Am 8. April 1695 wurde Johann Christian Günther in Striegau/Schlesien als Sohn eines Landarztes geboren. Er studierte zwischen 1715 und 1717 in Frankfurt a. d. Oder und in Wittenberg Medizin. Sein Vater verstieß ihn, da er mit dessen Lebensplanung als Dichter und seiner daraus resultierenden Verschuldung nicht einverstanden war.
Zwischen 1717 und 1719 lebte Günther in Leipzig und versuchte sich mit Gelegenheitsgedichten über Wasser zu halten. Der Versuch, eine Stelle als Hofdichter am Dresdner Hof Augusts des Starken zu bekommen, scheiterte. In den folgenden Jahren zog er nach Schlesien zurück und versuchte sich eine bürgerliche Existenz als Arzt aufzubauen. Der Versuch schlug fehl, eine Verlobung scheiterte und er konnte sich an keinem Ort länger aufhalten.
1722 kehrte er Schlesien den Rücken und ließ sich in Jena nieder. Dort starb er völlig verarmt am 15.März 1723, vermutlich an Tuberkulose.
Seine gesammelten Gedichte wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht.
Also ein Dichter, mit 28 Jahren bereits verstorben, ohne Ruhm, ohne Familie, der wahrlich kein glückliches Leben gelebt hat. Daher freuen wir uns besonders, eine wahre Perle bei Ihm gefunden zu haben, die wir ihm zu Ehren abdrucken, um seiner zu gedenken.